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Diktier-Apps

Apple Diktat, Google Rekorder und Samsung Voice Recorder: Diktat und Transkription im Betriebssystem

Von Thomas Hoiboom · Stand 13.10.2026

Kurz gesagt

Apple, Google und Samsung bauen Diktat, Transkription und Zusammenfassung kostenlos in ihre Systeme ein und nennen Deutsch ausdrücklich. Apple erkennt Deutsch auf dem Gerät, lässt aber die Anruftranskription ohne deutschen Eintrag; Google transkribiert auf Pixel-Telefonen in Echtzeit und fasst in der Cloud zusammen; Samsung bietet 24 Sprachen, aber keine klare Offline-Übersicht. Hier stehen die Locale-Listen und die Lücken.

Drei Systeme, drei Zugänge

Bevor du eine Diktier-App kaufst, lohnt der Blick auf das, was das Betriebssystem deines Telefons oder Rechners bereits kann. Apple, Google und Samsung bauen Diktat, Transkription und inzwischen auch Zusammenfassungen direkt ein, kostenlos und ohne weiteres Konto bei einem Drittanbieter. Die drei gehen dabei verschieden vor: Apple verteilt die Funktionen auf Tastatur, Notizen, Nachrichten und Telefon und lässt die Erkennung für Deutsch auf dem Gerät laufen. Google bündelt sie auf Pixel-Telefonen in der Rekorder-App und in Gboard, mit einem Teil der Verarbeitung in der Cloud. Samsung legt sie als Galaxy AI in den Voice Recorder und verlangt für die Zusammenfassung ein Samsung-Konto. Alle drei nennen Deutsch ausdrücklich, und alle drei lassen an einer Stelle eine Lücke, die wir benennen.

Apple: Diktat, Notizen, Nachrichten, Telefon

Anbieter
Apple Inc., Cupertino (USA)
Plattformen
iOS, iPadOS, macOS
Deutsch ausdrücklich genannt
ja
Sprachen laut Anbieter
47
Verarbeitung
auf dem Gerät
Verarbeitungsort laut Anbieter
auf dem Gerät; Apple Intelligence teils über Private Cloud Compute
Genannte Modelle
Apple (eigene)
Training mit Nutzerdaten
nur mit Zustimmung
Zertifizierungen laut Anbieter
Audio nur bei aktivierter Freigabe gespeichert
Gratis-Umfang
unbegrenzt
Günstigster Plan
kostenlos
Preisquelle
offizielle Preis- bzw. Produktseite, Abruf 13.10.2026
Geräte für Apple Intelligence
iPhone 15 Pro und neuer, iPad und Mac mit M1 und neuer
Zur Verfügbarkeitsseite von Apple

Die Diktatfunktion der Tastatur ist Bestandteil von iOS, iPadOS und macOS. Apples Verfügbarkeitsseite listet im Abschnitt „Dictation“ rund 63 Sprachvarianten, Deutsch darunter, und im Abschnitt „On-Device and Modeless Dictation“ rund 47 Varianten, in dem German ebenfalls steht; bei einigen Varianten vermerkt Apple, dass Sprachmodelle heruntergeladen werden müssen. Griechisch oder Polnisch stehen dagegen nur im allgemeinen Diktat, nicht in der On-Device-Liste. Ob eine Sprache auf dem Gerät verarbeitet wird, zeigt iOS in den Tastatureinstellungen mit dem Satz „processed on your device and not sent to Siri servers“. Es gibt kein Zeitlimit beim Diktieren, die Aufnahme stoppt nach 30 Sekunden Stille. Audio wird nur gespeichert, wenn „Share Audio Recordings“ aktiviert ist; dann könne Apple eine Stichprobe prüfen.

Apple Intelligence erweitert das für Deutsch auf iPhone 15 Pro, iPad und Mac mit M1 oder neuer: Die Notizen-App transkribiert Audio („Notes: Audio Transcription“, Eintrag German), Audionachrichten in Nachrichten werden für German (Austria), German (Germany) und German (Switzerland) transkribiert, und Transkript-Zusammenfassungen gibt es in denselben drei Varianten auf iOS und macOS. Live Captions führen German (Germany). Rechenintensive Anfragen laufen über Private Cloud Compute, wo laut Apple „Your data is never stored“.

Zwei Lücken stehen ebenfalls auf der Seite. Die Anrufaufnahme („Phone: Call Recording“) nennt German, die Anruftranskription („Phone: Call Transcription“) hat auf der iOS-Seite keinen deutschen Eintrag; wer Telefonate auf Deutsch mitschreiben lassen will, bekommt das von Apple zum Abrufdatum nicht zugesichert. Die erweiterte Diktatfunktion von Apple Intelligence („More advanced Dictation“) gibt es nur für neun englische Varianten. Und ein Abschnitt zur Sprachmemos-App erschien auf den abgerufenen Seiten nicht, weil der Seitentext an zwei Stellen gekürzt war; was die Sprachmemos auf Deutsch transkribieren, können wir deshalb nicht belegen. Was beim Mitschneiden von Telefonaten rechtlich gilt, steht auf der Seite Telefonate aufnehmen.

Google: Gboard und Rekorder auf dem Pixel

Anbieter
Google LLC (USA)
Plattformen
Android (Pixel)
Deutsch ausdrücklich genannt
ja
Sprachen laut Anbieter
14
Verarbeitung
wahlweise
Verarbeitungsort laut Anbieter
Echtzeit auf dem Gerät; „Transcribe again“ und Zusammenfassungen auf Google-Servern
Genannte Modelle
Google (eigene)
Training mit Nutzerdaten
nicht genannt
Zertifizierungen laut Anbieter
nicht genannt
Gratis-Umfang
unbegrenzt
Günstigster Plan
kostenlos
Preisquelle
offizielle Preis- bzw. Produktseite, Abruf 13.10.2026
Zur Pixel-Hilfe von Google

Googles Spracheingabe über Gboard arbeitet laut Hilfeseite nicht in allen Sprachen, eine Liste gibt es nicht, und Satzzeichen „might not be available in all languages“. Deutlich besser dokumentiert ist „Advanced voice typing“ auf Pixel 6 und neuer: Es unterstützt Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Japanisch und Spanisch, setzt Satzzeichen automatisch, und „The text you speak stays on your device“, außer bei den Korrekturfunktionen „Fix it“ und detaillierten Bearbeitungen, die es nur für US-Englisch ab Pixel 8 gibt. Schreibwerkzeuge für Deutsch kündigt Google als „coming soon“ an.

Die Rekorder-App transkribiert in Echtzeit, Deutsch schon auf Pixel 3 bis 5a neben Englisch, Französisch und Japanisch; ab Pixel 6 wächst die Liste auf 14 Varianten, und Sprecherlabels kommen hinzu. Zwei Funktionen laufen ausdrücklich in der Cloud: „Transcribe again“ mit 43 Sprachen inklusive German (Germany) „may process audio files on Google servers“, und die Zusammenfassungen ab Pixel 8 für Aufnahmen zwischen fünf Minuten und einer Stunde entstehen „in a secure, isolated environment in the cloud“; für Deutsch sind sie verfügbar. Ob die Echtzeit-Transkription selbst auf dem Gerät bleibt, sagt die Hilfeseite nicht ausdrücklich; wir tragen deshalb „wahlweise“ ohne Standort ein.

Samsung: Galaxy AI im Voice Recorder

Anbieter
Samsung Electronics (Südkorea)
Plattformen
Android (Galaxy AI)
Deutsch ausdrücklich genannt
ja
Sprachen laut Anbieter
24
Verarbeitung
wahlweise
Verarbeitungsort laut Anbieter
Option „Process data only on device“ beschrieben; Übersicht der Offline-Funktionen nicht abrufbar
Genannte Modelle
Samsung (eigene)
Training mit Nutzerdaten
nicht genannt
Zertifizierungen laut Anbieter
nicht genannt
Gratis-Umfang
unbegrenzt
Günstigster Plan
kostenlos
Preisquelle
offizielle Preis- bzw. Produktseite, Abruf 13.10.2026
Zur Support-Seite von Samsung

Auf Galaxy-AI-Geräten transkribiert, übersetzt und fasst der Voice Recorder Aufnahmen zusammen. Die britische Support-Seite listet 24 Sprachen, darunter Deutsch, Englisch in vier Varianten, Französisch, Italienisch, Polnisch, Niederländisch und Türkisch, mit dem Zusatz, dass weitere folgen und die nötigen Sprachpakete heruntergeladen sein müssen. Die Zusammenfassung verlangt ein Samsung-Konto. Eine Einstellung „Process data only on device“ beschreibt die Seite zur Anruftranskription als Funktion, die „will be implemented“, also zukunftsgerichtet; eine offizielle Übersicht, welche Schritte heute offline laufen, konnten wir nicht abrufen, die deutsche Hilfeseite lieferte einen Fehler. Samsung selbst schreibt, „results and quality may vary each time“.

Windows und Word zum Vergleich

Am Rechner hat Microsoft zwei Wege. Der Sprachzugriff ist seit Windows 11 Version 22H2 eingebaut, lädt einmalig ein Sprachmodell und erkennt danach ohne Internet, Deutsch nur als „German (Germany)“. Das Diktat in Word dagegen steht nur Abonnenten von Microsoft 365 offen und schickt die Sprache an Microsoft; gespeichert würden weder Audio noch Text. Beide stehen ausführlich auf der Seite Diktieren statt Tippen.

Was die Hersteller nicht veröffentlichen

  • Apple: die Transkriptionssprachen der Sprachmemos-App (Abschnitt auf der abgerufenen Seite nicht enthalten); ein deutscher Eintrag für die Anruftranskription.
  • Google: eine ausdrückliche On-Device-Aussage für die Echtzeit-Transkription des Rekorders; eine Sprachenliste für die Standard-Spracheingabe von Gboard.
  • Samsung: welche Galaxy-AI-Funktionen offline laufen, die Geräteliste und der Status der Option „Process data only on device“.
  • Alle drei: jede Angabe zur Erkennungsgenauigkeit, ob für Deutsch oder eine andere Sprache.

Einordnung

Was dafür spricht

  • Kostenlos, ohne Konto bei einem Drittanbieter, bereits installiert
  • Deutsch bei allen drei Herstellern namentlich genannt
  • Apple: Diktat für Deutsch auf dem Gerät, prüfbar in den Einstellungen
  • Google: Echtzeit-Transkription mit Sprecherlabels ab Pixel 6
  • Samsung: Transkription, Übersetzung und Zusammenfassung in 24 Sprachen

Was dagegen spricht

  • Keine Nachbearbeitung, keine Tonalität, kein Fachwörterbuch wie bei Diktat-Apps
  • Google und Samsung verarbeiten Teile in der Cloud; Samsung ohne klare Offline-Übersicht
  • Apple: Anruftranskription ohne deutschen Eintrag, Sprachmemos nicht belegbar
  • Funktionsumfang hängt am Gerätejahrgang (Pixel 6/8, iPhone 15 Pro, M1)
  • Keine Genauigkeitsangaben

Häufige Fragen

Versteht Apple Diktat Deutsch offline?

Ja. Apples Verfügbarkeitsseite führt German im Abschnitt „On-Device and Modeless Dictation“; ob eine Sprache auf dem Gerät verarbeitet wird, zeigt iOS in den Tastatureinstellungen an. Für einzelne Varianten müssen Sprachmodelle heruntergeladen werden.

Kann das iPhone Telefonate auf Deutsch transkribieren?

Die Anrufaufnahme führt Apple für German, die Anruftranskription hat auf der iOS-Seite zum Abrufdatum keinen deutschen Eintrag. Audionachrichten in Nachrichten und Audio in der Notizen-App werden dagegen auf Deutsch transkribiert.

Transkribiert der Google Rekorder auf Deutsch?

Ja, in Echtzeit bereits auf Pixel 3 bis 5a; ab Pixel 6 kommen Sprecherlabels dazu, ab Pixel 8 Zusammenfassungen, die in der Cloud entstehen. Die Funktion „Transcribe again“ verarbeitet die Datei ebenfalls auf Google-Servern.

Welche Sprachen unterstützt Samsung Transcript Assist?

24 laut britischer Support-Seite, darunter Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Polnisch, Niederländisch, Türkisch und mehrere asiatische Sprachen; die Sprachpakete müssen heruntergeladen sein. Für die Zusammenfassung ist ein Samsung-Konto nötig.

Kostet Diktat im Betriebssystem etwas?

Nein. Apple Diktat, Google Rekorder, Samsung Voice Recorder und der Windows-11-Sprachzugriff sind Bestandteil der Systeme. Nur das Diktat in Word setzt ein Microsoft-365-Abo voraus, und Apple Intelligence verlangt aktuelle Hardware ab iPhone 15 Pro bzw. M1.

Quellen

  1. Apple – Feature Availability iOS und iPadOS (Dictation, On-Device Dictation, Notes, Messages, Phone, Live Captions) — Abruf 13.10.2026
  2. Apple – Feature Availability macOS — Abruf 13.10.2026
  3. Apple Support – Diktat auf dem Mac verwenden — Abruf 13.10.2026
  4. Apple – Apple Intelligence (Sprachen, Geräte, Private Cloud Compute) — Abruf 13.10.2026
  5. Google Pixel-Hilfe – Rekorder-App: Transkription, Sprachen, Zusammenfassungen — Abruf 13.10.2026
  6. Google Gboard-Hilfe – Spracheingabe — Abruf 13.10.2026
  7. Google Gboard-Hilfe – Advanced voice typing — Abruf 13.10.2026
  8. Samsung Support (UK) – How to use Transcript Assist on the Galaxy S24; Samsung Support (IN) – Call transcript feature — Abruf 13.10.2026
  9. Microsoft Support – Voice Access einrichten — Abruf 13.10.2026
  10. Offener Datensatz „Diktier- und Transkriptions-Apps“ (33 Einträge, CC BY 4.0) auf dieser Website — Stand 13.10.2026, Werte je Eintrag mit priceSource

Gesetze, Behörden und Forschung verlinken wir; Herstellerangaben nennen wir mit Abrufdatum und kennzeichnen sie als solche. Andere Vergleichs- oder Ratgeberseiten zitieren wir nicht. Zuletzt geprüft: 13.10.2026. Angaben ohne Gewähr, keine Rechtsberatung.

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