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Telefonate mit dem KI-Diktiergerät aufnehmen: Technik und Rechtslage

Von Thomas Hoiboom · Stand 13.10.2026

Kurz gesagt

Die Kartenrekorder nehmen Telefonate über einen Vibrationssensor am Telefongehäuse auf, HiDock über den gekoppelten Bluetooth-Kopfhörer. Erlaubt ist das nur mit vorheriger Einwilligung des Gesprächspartners; ohne sie ist die Aufnahme nach § 201 StGB strafbar, und die Datenschutzkonferenz verlangt ein aktives „Ja“ vor Beginn. Diese Seite erklärt beides, Stand 13.10.2026, keine Rechtsberatung.

Wie ein Diktiergerät beide Seiten eines Telefonats hört

Smartphones geben Apps das Gesprächsaudio nicht frei. Die KI-Diktiergeräte lösen das physikalisch: Ein Vibrationssensor (die Hersteller schreiben VPU, Knochenleitungs- oder Körperschallsensor) liegt am Gehäuse des Telefons an und nimmt die Stimme der Gegenseite als Schwingung des Lautsprechers ab, die Luftmikrofone nehmen deine Stimme auf. Deshalb haften die Karten magnetisch an der Rückseite des Telefons. PLAUD Note Pro erkennt über einen Lagesensor, ob das Gerät senkrecht am Ohr oder flach auf dem Tisch liegt, und wechselt den Modus selbst; PLAUD Note schaltet manuell um, TicNote und UMEVO per Taste, Notta Memo per Schieberegler; Comulytic beschreibt die Umschaltung nicht. HiDock geht einen anderen Weg und koppelt sich per Tastendruck mit dem Bluetooth-Kopfhörer, über den das Telefonat läuft.

Geräte mit Telefonaufnahme laut Hersteller (Stand 13.10.2026)
GerätMikrofoneUmschaltungPreis
kiolo4 MEMS (Beamforming) + Körperschallsensornicht genannt139 €
Mobvoi TicNote3 MEMS + Vibrationssensormanuell / Taste139,99 €
PLAUD Note2 MEMS + 1 VPUmanuell / Taste169,90 €
PLAUD Note Pro4 MEMS + 1 VPUautomatisch (Lagesensor)189 €
PLAUD One (Explorer Edition)Case 4 MEMS; je Earbud 3 MEMS + 1 VPUmanuell / Taste249,90 €
Comulytic Note Pro2 MEMS + 1 VPUnicht genannt109,64 $
UMEVO Note Plus—manuell / Taste119 $
HiDock P1 miniECM (Ein- oder Mehrzahl, Seite widersprüchlich)Bluetooth-Kopfhörer koppeln119 $
Pocket2 Studio-Mikrofone + 1 Kontaktmikrofonnicht genannt129 $
Notta Memo4 MEMS + 1 KnochenleitungsmikrofonSchieberegler149 $
HiDock P12 Studio-ECMBluetooth-Kopfhörer koppeln169 $

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Herstellerangaben; „VPU“ steht bei den Herstellern für einen Vibrations- bzw. Knochenschallsensor. Preise laut Herstellershop bzw. offizieller Preisseite, Stand 13.10.2026, in der Währung des Anbieters. Preise ohne Gewähr.

Was kein Hersteller veröffentlicht: Messwerte zur Qualität der Gegenseite. Die Aufnahme über das Gehäuse hängt von Telefonmodell, Hülle und Lautstärke ab. Pocket und kiolo schreiben, die Aufnahme funktioniere „ohne Lautsprecher“, also ohne Freisprechen; Notta empfiehlt eine MagSafe-Hülle. Prüfe das mit deinem Telefon innerhalb der Rückgabefrist (PLAUD 30 Tage).

Die Rechtslage: ohne Einwilligung strafbar

§ 201 Abs. 1 Nr. 1 StGB stellt unter Strafe, „das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen auf einen Tonträger“ aufzunehmen, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Geschützt ist nach der Darstellung der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages auch das Wort, das über eine Telefon- oder Internetverbindung geäußert wird, und zwar auch dann, wenn es an dich selbst gerichtet ist. Das Einverständnis der aufgenommenen Person schließt den Tatbestand aus; es muss vor der Aufnahme vorliegen. Verfolgt wird die Tat auf Antrag (§ 205 StGB).

Datenschutzrechtlich hat die Konferenz der Datenschutzaufsichtsbehörden am 23.03.2018 festgehalten, dass die Aufzeichnung von Telefongesprächen „in aller Regel nur mit Einwilligung auch des externen Gesprächspartners zulässig“ ist. Die Einwilligung setzt voraus, dass der Gesprächspartner vor Beginn gefragt wird und mit einem gesprochenen „Ja“ oder einer Taste bestätigt; „die bloße Einräumung einer Widerspruchsmöglichkeit und das anschließende Fortsetzen des Telefonats“ genügen nicht. Dieselbe Einwilligung deckt keine biometrische Auswertung der Stimme. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz hatte das schon 2013 für Callcenter so formuliert und auf § 201 StGB verwiesen.

So nimmst du ein Telefonat rechtlich sauber auf

  1. Vorher fragen, nicht hinterher informieren. „Ich würde das Gespräch gern aufzeichnen und mir von einer Software zusammenfassen lassen. Sind Sie einverstanden?“ Erst nach dem Ja startet die Aufnahme.
  2. Den Zweck nennen. Die DSGVO verlangt bei der Erhebung Informationen über Zweck, Rechtsgrundlage und Empfänger (Art. 13); der Transkriptionsdienst ist ein Empfänger, bei US-Diensten kommt die Drittlandübermittlung dazu.
  3. Das Ja festhalten. Die ersten Sekunden der Aufnahme sind der beste Nachweis; alternativ eine Notiz mit Datum.
  4. Keine Ausnahmen für „nur für mich“. Auch eine Aufnahme, die niemand sonst hört, erfüllt den Tatbestand; das Beweisinteresse allein rechtfertigt sie nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts nicht.
  5. Beschäftigte und Kunden getrennt denken. Für Mitarbeitende im Callcenter gelten nach dem DSK-Beschluss besondere Anforderungen; die Seite Betriebsrat und Mitbestimmung erklärt sie.

Alternativen, die ohne Aufnahme auskommen

Wer nach dem Telefonat nur eine Gesprächsnotiz braucht, kann sie unmittelbar danach diktieren: eigene Stimme, kein fremdes Wort, kein § 201. Jede Diktier-App und jedes Gerät eignet sich dafür, auf dem Mac oder iPhone sogar die Systemfunktion ohne Cloud. Für Videokonferenzen bieten Teams und Zoom eigene Transkription mit Ankündigung an alle Teilnehmer; die Regeln dafür stehen auf der Seite Meetings aufzeichnen.

Wo die Aufnahme danach landet

Ein aufgenommenes Telefonat enthält mindestens zwei Personen und geht bei allen Kartenrekordern in die Cloud des Herstellers. kiolo nennt Frankfurt, PLAUD nennt je nach Seite Frankfurt oder US-Server, die übrigen keinen Standort. Für Berufsgeheimnisträger ist das mit § 203 StGB zu prüfen, für alle anderen mit Art. 28 und 44 ff. DSGVO; die Seite Cloud-Transkription und Datenschutz führt durch die Prüfung.

Häufige Fragen

Darf ich ein Telefonat mit einem KI-Diktiergerät aufnehmen?

Nur mit vorheriger Einwilligung des Gesprächspartners. Ohne sie ist die Aufnahme nach § 201 StGB strafbar, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Die Datenschutzkonferenz verlangt ein aktives „Ja“ vor Beginn; eine Widerspruchsmöglichkeit genügt nicht. Keine Rechtsberatung.

Wie nimmt ein KI-Diktiergerät die andere Seite des Telefonats auf?

Über einen Vibrations- oder Körperschallsensor, der am Gehäuse des Telefons anliegt und die Schwingung des Lautsprechers abnimmt; die eigene Stimme kommt über die Luftmikrofone. PLAUD Note Pro wechselt den Modus automatisch über einen Lagesensor, die meisten anderen per Taste. HiDock koppelt stattdessen den Bluetooth-Kopfhörer.

Reicht es, am Anfang zu sagen, dass aufgezeichnet wird?

Nein. Nach dem Beschluss der Datenschutzkonferenz vom 23.03.2018 ist eine Einwilligung nötig, die der Gesprächspartner vor Beginn der Aufzeichnung ausdrücklich erklärt, etwa durch ein gesprochenes „Ja“. Die bloße Ankündigung mit der Möglichkeit aufzulegen genügt nicht.

Kann ich eine heimliche Aufnahme vor Gericht verwenden?

Das Bundesverfassungsgericht hat 2002 entschieden, dass das Interesse, sich ein Beweismittel für zivilrechtliche Ansprüche zu sichern, den Eingriff in das Recht am gesprochenen Wort allein nicht rechtfertigt. Zugleich bleibt die Aufnahme strafbar. Ob im Einzelfall verwertet wird, entscheiden Gerichte nach Abwägung; das ist keine Rechtsberatung.

Quellen

  1. § 201 StGB – Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes — Abruf 13.10.2026
  2. § 205 StGB – Strafantrag — Abruf 13.10.2026
  3. Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages, WD 7 - 3000 - 141/19 (30.09.2019) — Abruf 13.10.2026
  4. Datenschutzkonferenz, Beschluss „Aufzeichnung von Telefongesprächen“ vom 23.03.2018 — Abruf 13.10.2026
  5. BfDI, 24. Tätigkeitsbericht 2011/2012 (BT-Drs. 17/13000), Nr. 6.10 Gesprächsaufzeichnungen in Callcentern — Abruf 13.10.2026
  6. BVerfG, Urteil vom 09.10.2002 – 1 BvR 1611/96, 1 BvR 805/98 (Mithören am Telefon) — Einzelfall, Abruf 13.10.2026
  7. Art. 13 DSGVO – Informationspflicht bei Erhebung — Abruf 13.10.2026
  8. PLAUD (uk.plaud.ai Spezifikation Note Pro) – Produkt- bzw. Preisseite des Herstellers — Herstellerangabe, Abruf 13.10.2026
  9. kiolo (kiolo.com) – Produkt- bzw. Preisseite des Herstellers — Herstellerangabe, Abruf 13.10.2026
  10. Pocket (heypocket.com) – Produkt- bzw. Preisseite des Herstellers — Herstellerangabe, Abruf 13.10.2026
  11. Notta (notta.ai/hardware/memo) – Produkt- bzw. Preisseite des Herstellers — Herstellerangabe, Abruf 13.10.2026
  12. HiDock (hidock.com) – Produkt- bzw. Preisseite des Herstellers — Herstellerangabe, Abruf 13.10.2026

Gesetze, Behörden und Forschung verlinken wir; Herstellerangaben nennen wir mit Abrufdatum und kennzeichnen sie als solche. Andere Vergleichs- oder Ratgeberseiten zitieren wir nicht. Zuletzt geprüft: 13.10.2026. Angaben ohne Gewähr, keine Rechtsberatung.

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